Tick Tack – Wenn die innere Uhr plötzlich ganz laut tickt!

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Noch ein Kind?

„Du möchtest doch wohl kein Baby mehr, oder?“, fragt mich meine Freundin beinahe vorwurfsvoll.
„N-E-I-N!“, lautet meine prompte Antwort;  tja, das war eine glatte Lüge!
Seit ich nämlich vor ein paar Wochen beim Frauenarzt war, geistert mir dieser Gedanke eine Spur zu häufig im Kopf herum, um ihm keine Beachtung zu schenken, aber alles der Reihe nach.

Ich habe bereits zwei Kinder im Alter von 2 und 4, zwei bildhübsche, zuckersüße Mädchen, die ich vergöttere und die mich manchmal an den Rande des Wahnsinns bringen – es gäbe also nicht wirklich Bedarf an Nachschub,  zumal Arbeit und Aufwand erst langsam überschaubar werden.

„Vielleicht irgendwann mal ein Nachzügler, immerhin bin ich erst 33″, dachte ich im Stillen bei mir, bis mir die Ärztin das Ergebnis meines Hormonstatus mitteilte, da sah ich plötzlich diese Ideenblase vor meinem geistigen Auge platzen.

Diagnose: Eizellen Reserve praktisch aufgebraucht, Gelbkörperschwäche und Eierstöcke die sich offensichtlich in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet hatten – bam!
Eine saftige Linke die ich nicht kommen sah!
Immerhin passierten meine zwei Kids im Vorbeimarschieren, ohne Aufwand oder Planung,  was mich irgendwie in dem Glauben ließ,  ich wäre ein Reproduktions- Genie, im Besitz der  ultimativen Fruchtbarkeits- Superpower.

Warum ich das alles weiß?
Weil bei mir das AMH gemessen wurde. (AMH – Kurzform für Anti-Müller-Hormon)
Ja, das Ding heißt wirklich so und nein, ich wusste auch nicht dass es so etwas gibt.

Dieses leidige AMH misst die Eizellen Reserve und verkündete mir, dass mein Wert ziemlich schlecht sei. ZIEMLICH.SCHLECHT!
Quelle praktisch versiegt, was verwunderlich ist wenn man bedenkt, dass eine Frau mit Millionen Eiern geboren wird und im Laufe ihres fruchtbaren Lebens nur ca. 300 benötigt. 300! Wo bitte habe ich denn die übrigen Zigtausend verbummelt?

Offensichtlich bin ich der ultimative Eizellen Verschwender, so dass ich es geschafft habe pleite zu sein!
„Denkste“, höre ich meine Gebärmutter ganz laut jodeln. „Wir sind fertig hier, du alter Sack!“

Proportional mit der Erkenntnis dass es nicht mehr unbedingt möglich ist, beginnt ganz leise der Wunsch nach einem dritten Kind in mir zu keimen. Und dazwischen die Stimme der Vernunft, die ganz laut brüllt um die geistige Umnachtung zu durchzubrechen!
„Du heilloser Depp, hast du die zachen Stunden, das nächtliche Aufstehen, die Koliken und täglichen Dramen zur Schlummerstunde vergessen?“

Ohhhh nein, diese Momente der totalen Erschöpfung werde ich wohl nie vergessen; ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen, als ich hundemüde mit einem grantigen Kleinkind und einem schreienden Baby dasaß – mit den Nerven am Ende – nachdem mir stundenlang von beiden die Ohren vollgesungen vollgebrüllt worden waren. Sogar an den anhaftenden Geruch von Babykotze und Säuglingsstuhl kann ich mich noch recht lebhaft erinnern, aber ich möchte mir eben auch ungern die Entscheidung von einem arbeitsfaulen Eierstock abnehmen lassen!

„Jetzt oder nie“, das waren in etwa die Worte meiner Ärztin und meine Antwort lautet ganz klar: „JEIN!?“ Denn zwischen „jetzt nicht“ und „nie wieder“ zu wählen ist schon eine recht krasse Entscheidung, von der ich mir wünschen würde sie nicht so schnell treffen zu müssen.

Wie würdet ihr euch entscheiden? Ich habe echt keine Ahnung…

Alles Liebe

Eure Ela

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