Mein Geburtstag – Plötzlich ist die Luft raus

on

Happy Birthday to me…

Ich hatte vor ein paar Tagen Geburtstag und nein, ich sage das nicht weil ich Glückwünsche, Aufmerksamkeit, Geschenke etc. erwarte. Das hätte ich früher, denn da konnte ich gar nicht oft genug „beiläufig“ erwähnen, das ja jetzt bald wieder ein gewisser Tag anstehen würde. *hüstel*

Auch Facebook leistete seinen Beitrag dazu, dass Hunderte Menschen mir zum Geburtstag gratulierten, oftmals überstieg dabei die Anzahl der getippten Worte jene der tatsächlich jemals gewechselten.

„Being extra“, beschreibt ziemlich genau mein Verhalten an den Geburtstagen meiner 20iger. „Extra aufgedonnert, extra divenhaft, extra besoffen, extra peinlich!“

Gut, wenn ich so an meine Zwanziger zurückdenke, bin ich heilfroh ich in meinen Dreißigern gelandet zu sein, unbeschadet wohlgemerkt. Schön das diese Dekade der Schrecklichkeiten und der latenten Geschmacksverirrung hinter mir liegt und vor allem, dass es keine digitalen Beweise meiner Schandtaten gibt. Die Handys waren damals noch richtig mies und produzierten bei Nachtaufnahmen nur pixeliges Rauschen, außerdem gab es all die Social Media Plattformen noch nicht, was hätten wir also mit all den Fotos machen sollen? In ein Album kleben und später unseren Enkeln zeigen? Wohl eher nicht.

Früher beging ich meinem Geburtstag in etwa so:

Heute überkommt mich dieselbe Euphorie höchstens wenn ich einen Kindergeburtstag plane und die Kleinen sich über das Ergebnis ganz toll freuen. Pinterest, mein digitales Ideen- Archiv, bringt es dabei auf den Punkt; pinnte ich früher „sexy Kleider“ und „how to look high class on a budget“, sind es jetzt die „Kids Birthday Inspo“ Ordner und „Fondant DIYs für Einhorn Torten“ die es mir angetan haben.

Aber wann schlich sich diese Feier- Lethargie ein? Vermutlich begann das ganze vor fünf Jahren, als ich Kinder bekommen hab, ab diesem Zeitpunkt war irgendwie die Luft raus und deren Jahrestage wurden wichtiger. Und mal ehrlich, wie besonders ist ein Ehrentag während man volle Windeln wechselt, kleine Popschis putzt und sich selbst eine Torte bäckt, damit die Kinder einem diese später schenken können!?

Auch Dinnerdates kann man vergessen, man fragt sich ohnehin nur ständig was die Kinder gerade tun, ob es ihnen wohl gut geht und checkt immerfort die Netz Kapazität des Handys, um nicht etwa einen Anruf zu verpassen.
Da kann man sie doch gleich mitnehmen, oder? Klar, dann verbringt man eben einen weiteren Tag in der Spielecke und mampft Kinderschnitzel; nur diesmal mit Partyhütchen auf dem Kopf, während man als kleinen Gruß aus der Küche ein gemischtes Eis mit Tütennase und Smarties Augen bekommt. Hurray!

Wenn es doch mal fancy sein soll, muss man sich vorher um die Klamotte kümmern, denn genau dann gibt es kein Kleid in Reichweite ohne Rotzfleck, Zahnpasta Spuren oder einem Textil Geknitter das den Alpen Konkurrenz macht. Selbiges wiederholt sich bei der Garderobe des Gatten, weshalb man gleich noch schnell Waschtag einschieben könnte. Außerdem gilt es dreckige Hälse zu waschen, die Fingernägel zu stutzen und… was? Nein, ich rede nicht vom Nachwuchs, so sieht das Beautyprozedere von Erwachsenen aus, die einen Nachmittag am Spielplatz verbrachten.

Hübsch machen fällt natürlich auch flach. Ich besitze gar keine Foundation mehr, um meinen Kajal verwenden zu können, müsste ich mir vorher von Lili mal denn Bleistiftspitzer borgen und den Beautyblender aus dem Malkasten kramen, denn der wird nun zum Stempeln verwendet. Überhaupt kosten mich Events, die im Vorfeld den Einsatz von Damenrasierern erfordern, recht viel Überwindung. Genauso wie hohe Absätze, länger als 1H will  kann ich sie nicht mehr tragen, weshalb wir entweder nur recht kurz weg sind, oder ein nicht allzu überkandideltes Restaurant benötigen, wo ich unter dem Tisch meine Schuhe ausziehen kann.

Das größte Geschenk wäre folglich, wenn meine Kiddos mit „Gute Nacht Bussi“ und ohne Tamtam schlafen gehen würden, idealerweise um 19:00, während ich mit Sekt und chinesischem Essen vor dem Fernseher gammele und in Binge Watching Manier Game of Thrones oder New Girl schaue. Wenn ich dann am nächsten Tag bis 07:00 oder – Schnappatmung – 08:00 ausschlafen könnte, wäre ich bereits der glücklichste Mensch. (Schlafen – ein recht heikles Thema in der Casa K, mehr dazu findest du hier)

Übrigens gibt es sogar eine kleine Geburtstags- Tradition. Jedes Jahr – und ich meine wirklich jedes Jahr – sagt meine Oma irgendwann: „Ja alt werden sollt‘ ma halt nicht!“ Aber mal ehrlich, nicht alt werden ist auch keine Option. Wobei es mich wirklich nicht stört, ich möchte keine 25 mehr sein, oder 18 oder was auch immer. 34 ist ziemlich gut, auch noch ziemlich jung, obwohl mein Teenager ich immer dachte, das Leben könne ruhig mit 29 enden, denn danach gibt’s nichts mehr außer Verfall, aber wenn das „verfallen“ ist, dann ist es halb so wild.

Entwarnung gibt es für all jene die befürchten das ich zum Birthday- Grinch mutiert bin, ich freue mich ungemein auf Geburtstage, aber eben vermehrt auf die meiner Kinder, ich habe das Ganze also externalisiert.

Wie ist das bei euch? Große Geburtstags- Euphorie oder ein Tag wie jeder andere?
Bin gespannt auf eure Meinung!

Alles Liebe
Ela


(haha – #momlife)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*