Insomnia – die Freuden des Schlafentzugs

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„Wann haben Sie denn das letze mal richtig gut geschlafen?“
„Hmmm… das müsste wohl so 2013 gewesen sein, vor der Geburt meiner Kinder jedenfalls, die letzten 5 Jahre bin ich praktisch dauermüde.“
Ist ja auch kein Wunder, in dem letzten halben Jahrzehnt haben Mr. K und ich 4x ausgeschlafen (bis 09:00/10:00),  das weiß ich so genau, weil wir in diesem Zeitraum auf 4 Hochzeiten waren und notgedrungen im Hotel nächtigten, ohne Kinder wohlgemerkt.

Ansonsten ist Tagwache um 06:00! Unsere Kinder sind menschliche Funkuhren, würden sie um 06:30 noch nicht quietschfidel neben unserem Bett auf und ab hüpfen wie Gummibälle, würde ich mir ernsthaft Sorgen machen und sogleich ihre Atmung checken – aber keine Sorge, diese Notwendigkeit hatte sich bisher noch nie ergeben.

Es ist nämlich ein Irrglaube zu denken, dass es eine Belohnung gibt für all die durchwachten Nächte mit einem Neugeborenen – wer Kinder hat kann sich von gesegnetem Schlaf für lange Zeit verabschieden. Wenn man den Erzählungen anderer Mütter glauben darf, schläft die eigene Brut erst mit Schulantritt wieder richtig tief und fest und ist nicht mehr aus den Federn zu bekommen.

Dabei ist es wahrlich nicht so als würden wir (die Eltern) uns die langen Nächte um die Ohren knallen, nein im Gegenteil, wir haben höchst vernünftige Bettzeiten, die mit den Pensionisten dieses Landes d‘accord gehen. Meist liegen wir um 22:00 flach; nur Wochenends kann es dann auch mal 23:00 werden und wenn wir wirklich mal Party machen, dann packen wir sogar Mitternacht – an Silvester zum Beispiel.

Das wir schlecht ausgeschlafen sind liegt vor allem an unseren Kindern, die Ehebett mit Familienbett verwechseln. Auch wenn wir nun das Schlafzimmer wieder unser eigen nennen und die Kinder erfolgreich in ihr Reich verbannt haben, so hindert es sie nicht, des Nächtens in unsere Federn zu kriechen. Mysteriöserweise schrumpft unser riesiges Bett – das locker zwei Erwachsene beherbergt – mit den Kindern auf die Größe einer Luftmatratze, die wir uns dann zu viert teilen dürfen müssen.

Wenn mir frühmorgens eisige Schauder über den Rücken jagen, dann weiß ich um die Anwesenheit wenigstens eines Kindes, das seine eiskalten Zehen an mir wärmt. Die Kleinen sind wie Helikopter die im Schlaf rotieren, Decken abstrampeln und Kissen rauben, aber auch mit Thaiboxern haben sie recht viel gemein, so dass man immer einen Fausthieb, Ellbogencheck oder Tritt fürchten muss.
Mr. K verpasste der unfaire Bodycheck eines Kleinkindes sogar mal eine aufgesprungene Lippe, weil ein Hinterkopf ohne Vorwarnung in sein schlafendes Gesicht donnerte.

Aber auch ohne Verletzungen ist es um unsere Nachtruhe nicht besonders bestellt, einmal versuchte sogar eines unserer Kinder, Mr. K im Schlaf zu ersticken; nur so kann ich mir erklären warum morgens ein kleiner Popo mitsamt voller Windel auf seinem Kopf lag, Beine an die väterlichen Ohren gepresst und Arme und Kopf auf seinem Oberkörper ruhend.

Leider passiert es auch immer wieder, dass eines der Kinder ob dieses unruhigen Schlafstils aus dem Bett kullert; während man also in Halbtrance nach seinem Nachwuchs fischt, kann man sich bereits auf unruhige, von Schuldbewusstsein geprägteTräume einstellen, wegen des Einhorns, dass einem am nächsten Tag entgegengrinsen wird.

Warum ich mich ausgerechnet heute bemüßigt fühle über mangelhafte Schlafqualität zu schreiben? Na weil wieder einer dieser Tage ist, wo Mr. K mir mit Augenringen auf den Augenringen gegenübersitzt und sich schlaftrunken an seinem Kaffee festhält. Das ist übrigens kein Scherz, mein Mann schafft den sogenannten Doppelring, der Oscar der Insomnia, eine Trophäe die man sich mit viel Fleiß und wenig Schlaf redlich erarbeiten muss.

Wie sieht es bei euch aus? Dürft ihr durchschlafen, oder habt ihr auch so unruhige Geister in euren Betten?

In diesem Sinne wünsche ich euch alles Liebe und eine geruhsame Nacht!

Eure Ela

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