Ein Ausflug zum IKEA

on

Wohnst du noch oder streitest du schon?

Heute sind wir zum IKEA gedüst, denn es ist wieder einmal an der Zeit unseren abgenutzten Hausrat zu tauschen, zerbrochene Gläser zu ersetzen, einen Sonnenschirm zu checken und sexy Dinge wie einen neuen Klobesen zu erwerben.

Ich liebe ja den skandinavischen Einrichtungsstil, wobei normalerweise diese minimalistischen Designs maximal teuer sind; anders beim schwedischen Möbelriesen. Die Aussicht „Skandi Style“ günstig zu erwerben, hätte mich also durchaus ziemlich glücklich machen können, der Wehmutstropfen ist  allerdings, dass ich nicht alleine hier bin, sondern Mann und Kinder dabei habe.

Die Kleinen mischen sich auch sofort ins Getümmel, so das man sie nicht eine Sekunde aus den Augen lassen kann, da sie auf Möbel klettern, versuchen die Fernseher Attrappe einzuschalten, die Dekoration durcheinander bringen und das Plastik Popcorn essen wollen.

Ehrlich gesagt ich beneide die Leute die gechillt durch die Hallen flanieren, ihre Blicke schweifen und ihre Geister inspirieren lassen. Momentan gehen sie allerdings mit ihrer Seelenruhe gehörig auf den Arsch, immerhin habe ich nur ein Zeitfenster von 20 Minuten, ehe eines meiner Kinder quengelig wird und zu jammern beginnt, weshalb ich wie ein Rennfahrer den Einkaufswagen durch die Gänge bugsiere und mit Kamikaze Manövern die Schleicher überhole.

Das ist wohl auch der Grund, warum ich an der Kasse immer etwas neidvoll auf das Förderband linse und mich wundere wo die Leute all diese Schätzchen gefunden haben, die mir mal wieder entgangen sind.  Vermutlich in einer der vielen Abteilungen in die ich zwecks Zeitmangel nur einen flüchtigen Blick geworfen habe!?

Mir ist übrigens durchaus bewusst, dass ich meinen Nachwuchs in der Kinderecke abgeben könnte, aber das bringt nicht viel, denn der Schlimmste im Bunde ist mein Mann und den wollen sie dort nicht! Wobei, wenn die wüssten welche Umsatz- Einbußen sie dank mancher Männer haben, würden sie die Altersgrenze flugs nach oben setzen.

Zurück zu Mr. K und seinem vermaledeiten IKEA Leitsatz, den er in Endlosschleife wiederholt: „Das brauch‘ ma nicht!“
Wenn ich diese Worte höre, verengen sich meine Augen instinktiv zu Schlitzen und ich fühle den Zorn in mir brodeln! Was weiß dieser Kerl schon davon was dieser Haushalt benötigt oder ob das Sofakissen einen neuen Bezug vertragen könnte?

Am schlimmsten sind die leidigen Diskussionen über Servietten oder Kerzen, aber was will man von jemanden erwarten, der zum Essen ein Stück Küchenrolle reicht um den Mund abzuwischen (und das obwohl wir immer mindestens 30 verschiedene Servietten Packungen auf Lager haben)

Ich finde ja, dass erst diesen kleinen Details ein Zuhause wohnlich/gemütlich machen, dekorative Gegenstände, Lampen, Polster oder stilvolle Bilder vermitteln einen Eindruck darüber wer hier wohnt und wie dieser Mensch so tickt.
Würde mein Mann unsere Wohnung einrichten, würden wir in einer Knastzelle leben, mit orange-dunkelblau gemusterter Jungenzimmer- Bettwäsche, von der Mr. K auch noch felsenfest behaupten würde, das sie stylisch ist. Das weiß ich so genau, weil dies der genaue Look seiner letzten Wohnung war, ehe ich in sein Leben getreten bin.

Das es aber nicht nur mir so geht, beweisen die unzähligen peinlichen Streitgespräche die man auf den Gängen mit verfolgen kann – gefetzt wird wegen profaner Dinge wie Geschirrtücher und Platzteller, oder aber wer für den Scherbenhaufen am Boden verantwortlich ist, weil er/sie die eigene Brut für fünf Sekunden aus den Augen verloren hat.

Endlich- nachdem wir alle Artikelnummern notiert haben, gelangen wir endlich in die Lagerhalle/den größten Indoor Spielplatz der Welt.
Alleine deshalb wollen unsere Kids nicht in die betreute Spielecke, denn dann müssten sie auf das Vergnügen verzichten, zwischen all den Pakettürmen abzutauchen. Die Kleinen nutzen nämlich schamlos aus, dass die Erwachsenen sich durch den Zahlen Wirrwarr kämpfen oder sich beim Versuch – sperrige Pakete in den Wagen zu wuchten – etwas ausrenken.
Was für ein Spaß, ehe uns, den Eltern heiß und kalt wird, weil wir wieder für einen Moment glauben, die Zwei irgendwo zwischen Malm und Hemnes verloren zu haben.

Der schlimmste Alptraum liegt aber noch vor uns, dass Anstellen an den kilometerlangen Kassen- Schlangen, während die Kinder quengeln, nach Keksen oder Soletti verlangen, als hätte man so etwas standardmäßig in der Handtasche, ehe sie nach allen Himmelsrichtungen davon schießen.
Spätestens jetzt verfluche ich mich dafür nicht online geshoppt zu haben!

Nach getaner Arbeit – ja shoppen mit Kindern zählt in der Casa K nicht zum Vergnügen- gönnen wir uns dann noch „leckeres“ Softeis und Pommes. Mit Blick auf den Parkplatz wohlgemerkt, wo wir den verzweifelten Versuchen anderer Paare zusehen, im Tetris Stil riesige Pakete in winzigen Autos zu stapeln. Immerhin – Schadenfreude ist bekanntlich die schönste Freude – fahren wir dann wieder fröhlich und als Familie gestärkt nach Hause, nur um dann festzustellen, dass wir die Hälfte vergessen haben, aber das ist eine andere Gesichte!

Kennt ihr auch diesen IKEA Wahnsinn, oder ist dieses Vergnügen tatsächlich nur mir vorbehalten?

Alles Liebe!

Eure ELa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*